2009 war für mich, musikalisch gesehen, einer der besten Jahrgänge in der abgelaufenen Dekade. Es erschienen einige Platten, die sich bei mir über Jahre hinweg halten werden. 2009 war bunt und bot vermutlich für jeden etwas. Aus beinahe allen meiner Lieblingsgenres kam zumindest eine höchst hörenswerte Platte. Altbekannte Haudegen enttäuschten das eine mal, bestätigten das andere mal ihren Status. Das Rennen machten bei mir am Ende, wie IMMER, die Platten, die ich eigentlich so gar nicht auf der Rechnung hatte. Überraschungseffeke vs. zu hohe Erwartungshaltung – same business as every year! 2009 schloss dieses mehr als unterhaltsame Jahrzehnt gebührend ab. Doch bevor ich anfange über die “Noughties” zu philosophieren, starten wir mit den Awards fürs abgelaufene Jahr!
Die LABELS des Jahres
- Adagio 830 / Highlight: Drowning with our Anchors – “You can never go home again”
außerdem: Comadre – “A Wolf Ticket”-EP, Trainwreck – “Of Concrete Canyons and Inner Wastelands”, Fargo – “Zug um Zug”-7inch, Mouthbreather – “Lila”-10inch - Bridge 9 / Highlight: Ruiner – “Hell is empty”
außerdem: Defeater – “Lost Ground”-EP, Paint it Black – “Amnesia”-7inch, Strike Anywhere – “Iron Front” - Denovali / Highlight: Dominic – “Nord”
außerdem: Fall of Efrafa – “Inle”, Celeste – “Misantrophe(s)”, Kidcrash – “Snacks”, Dominic/The Third Memory – “Split”, - React with Protest / Highlight: Battle of Wolf 359 – “The Death of Affect”
außerdem: The Third Memory – “s/t”, Dolcim – “Guillotine Ride”, Danse Macabre – “Einerseits, andererseits” - Vagrant / Highlight: Thrice – “Beggars”
außerdem: Horse the Band – “Desperate Living”, Alexisonfire – “Old Crows/Young Cardinals”
—
Die KONZERTE des Jahres
Ich muss zugeben, dass ich dieses Jahr auf gar nicht so vielen Konzerten war. Was auch daran lag, dass in meiner Nähe nicht sonderlich viel stattfand, dass mich interessierte. Am Besten gefielen mir in dem Jahr die drei Konzerte, die ich mir im Münchner Kafe Kult ansah. Drowning with our Anchors konnte ich mir nicht entgehen lassen und das obwohl ich kurz vorher von einem einwöchigem Europa-Zug-Trip nach Hause kam. Auch Battle of Wolf 359 im Sommer waren großartig und äußerst sympathisch. Selbes galt für das Doppelpack aus Aussitot Mort und Kidcrash, die im Herbst nach München kamen. Wobei mich hier die Franzosen mehr beeindruckten. Klasse wie immer waren Kenzari’s Middle Kata, die ich dieses Jahr in Rosenheim sah. Tja und das war dann auch schon mein Konzertjahr 2009 – mal abgesehen von ein paar lokalen Geschichten. Eigentlich ganz gern angesehen hätte ich mir Blakfish. Doch die Fahrt ins zwei Stunden entfernte Linz war mir dann doch etwas zu weit und zu kostenspielig. Auch Thursday und Poison the Well im Münchner Backstage hätte man sich ansehen sollen. Doch auch hier spielten meine Finanzen nicht mit. Und mit dem Valina-Konzert in Wien wurde es auch nix, weil ich meine Urlaubspläne umwarf und stattdessen nach London flog. Allgemein finde ich es etwas schade, dass die meisten ausländischen Bands ewig brauchen um nach Deutschland und Österreich zu kommen. Naja, immerhin wurde ich dieses Jahr nie vor die Wahl gestellt, was ich mir ansehe.
—
Die wichtigsten BREAK UPs des Jahres
- As Cities Burn (2003-2009)
- Coming up for Air (2005-2009)
- Everton (2004-2009)
- Fire Team Charlie (2005-2009)
- Ghostchant (2005-2009)
- Girolamos Walk (2007-2009)
- Have Heart (2002-2009)
- In First Person (2005-2009)
- Kane Hodder (2002-2009)
- Lion of the North (2006-2009)
- Morethanever (2002-2009)
- Muff Potter (1993-2009)
- Nakatomi Plaza (1998-2009)
- The Number Twelve looks like you (2000-2009)
- Pale (1993-2009)
- Small Arms Dealer (2004-2009)
- These Arms are Snakes (2002-2009)
- The Vellocet Effect (2004-2009)
- Verse (2003-2009)
- Warship (2008-2009)
—
REUNIONS und kein Ende…
- Face to Face
- The Get Up Kids
- Grade
- Portraits of Past
- Rival Schools
- The Saddest Landscape
- Shikari
- Sunny Day Real Estate
- At the Drive-In NICHT!!!
- aber wohl zig andere… wer soll da schon den Überblick behalten?!
—
Die ENTTÄUSCHUNGEN des Jahres
- Converge – “Axe to Fall”
Ich konnte den unglaublichen Hype einfach nicht nachvollziehen. Schon “No Heroes” konnte mich nicht mehr richtig mitreissen, bei “Axe to Fall” sieht das nicht anders aus. Und wie ich in meinem Review schon zig mal erwähnt habe, spürt man nicht, dass dutzende Gäste auf dem Album sind. Es klingt beizeiten einfach zu verbraucht. - The Fall of Troy – “In the Unlikely Event”
Die Enttäuschung war hier nicht so groß, weil ich nach “Manipulator” eigentlich schon sicher war, dass The Fall of Troy ihren alten Sound hinter sich gelassen haben. Was bei “In the Unlikely Event” rauskam lässt sich phasenweise zwar ganz gut hören, ist zum Großteil aber langweilig und voll cheesy! - Kidcrash – “Snacks”
Nein! Nein! Nein! Ich schreibe keine einzige Zeile mehr zu dieser Platte. Wer wissen will, warum mich das neue Kidcrash-Album enttäuschte, der liest eines meiner fünftausend Reviews die irgendwo rumgeistern. - Poisont the Well – “The Tropic Rot”
Ich weiß nicht warum, aber anscheinend bin ich der einzige Mensch auf diesem Planeten, der die Genialität dieses Werks nicht nachvollziehen konnte. Für mich ist “The Tropic Rot” einfach nur planlos und langweilig. Nach dem gelungenen “Versions” hätte ich mir hier echt mehr erwartet. Aber für mich sind Poison the Well von Anbeginn sowieso eine Band die ausschließlich “love it or hate it”-Alben rausbringt. In dem Fall: “i hate!”. - The Sleeping – “What it takes”
Leider eine typiche Enwicklung. Auf Album Nummer 3 klingen The Sleeping einfach zu glatt, zu poppig. Weg sind die Kanten von früher. Und auch diese zwingende Catchiness blitzt nur mehr selten auf.
—
Der FLOP des Jahres
- Emmure – “Felony”
Grüß Gott! Unser Dauergast! Noch einen Tacken mieser als das letztjährige… ähm… “The Respect Issue”. Genau SO hieß es. Bis nächstes Jahr dann, liebe Emmure!
—
Die schönsten PLATTENCOVER des Jahres
Dominic – “Nord” (Vinyl)

The Ghost of a Thousand – “New Hopes, New Demonstrations”

Kaospilot – “Shadows” (us)

Paint it Black – “Surrender”

Thrice – “Beggars”

—
Das grausigste PLATTENCOVER des Jahres
The Dead lay waiting – “We rise”

*grusel*
—
Die MUSIKVIDEOS des Jahres
MGMT – “Kids”
Jon Lajoie – “Show me your Genitals 2: E=MC Vagina”
—
Die SONGS des Jahres
- Ruiner – “Solitary”
Ruiner haben für mich mit ihrem “Hell is empty”-Rausschmeißer den besten Song des Jahres geschrieben! “Solitary” erzählt in purer, nackter Art und Weise die Geschichte eines Freundes und dessen schwierigem Schicksal. Doch nicht nur lyrisch, sondern auch musikalisch ist “Solitary” das Highlight des zweiten Ruiner-Albums. Ich weißt gar nicht ob ich das geniale Intro (“Hey Mike, what the fuck are you thinking?”) oder das epische Finale besser finden soll… - The Rituals – “Naked underneath Blankets”
Der vielleicht ungewöhnlichste Song auf “Celebrate Life” ist zugleich auch der Beste. Inhaltlich dreht sich das Stück über Liebe, Frauen und Sex. Musikalisch gibt sich “Naked underneath Blankets” entspannt, ungemein stilvoll und einfach nur cool. “All i think of is your soft legs and I fear it’s taking me nowhere. And those lips made of butter moving down my chest and then i hold your hands and… you give me cold little shivers on the face baby.”. - Alias Caylon – “Seven/Eight”
Die Hymne für all jene deren 2007 beschissen war!! Nuff said. “Seven becomes an eight. It seems like a never-ending year. No reason that i can see for not looking back in anger. Make the loudest noise for me. I stay and wait what the next year will bring. Never look back in anger”. - Bosse – “3 Millionen”
Wurde Liebeskummer jemals in einem besseren Song verpackt? Ich denke nicht. Und auch das Video ist sehr sehenswert! “In deiner Stadt leben über 3 Millionen und du bist heute Nacht unterwegs… um zu sehen ob unter diesen 3 Millionen jemand ist der dich versteht”. - Nakatomi Plaza – “The Finish Line”
Der letzte Song dieser großartigen Band. Die “Ziellinie”. Vielleicht gerade deswegen so packend. “You say we should stop. I call us in sick. Who cares if they fire us. We’ll just quit” . - Touche Amore – “Honest Sleep”
“I’m losing sleep. I’m losing friends. Got a love hate love with the city I’m in. I count the hours having just one wish. If I’m doing fine there’s no point to this” – ich freu mich schon seit Wochen diese Zeilen endlich mal mit der Band und zig anderen Leuten schreien zu dürfen! - Blakfish – “Roller Skates” (acoustic!)
Der Song fließt einfach nur wunderbar ineinander, macht unheimlich Spaß und hat sich mit der Zeit zu meinem Favoriten auf “Champions” enwickelt. Die Acoustic-Version, die es eigentlich nur in Form dieses Videos gibt, ist sogar noch besser als die Album-Version. - Razorlight – “Wire to Wire”
Wenn ich einen Kommerz-Pop-Song immer und immer wieder hören MUSS… und ich ihn auch nach fast einem Jahr noch klasse finde, dann muss er richtig richtig gut sein. Zur Sache mit dem “Hörzwang”: da ich auf der Arbeit auch ein paar Kollegen habe, wird, was das Radioprogramm angeht, natürlich der kleinstmögliche Nenner gefunden. Und der hießt Ö3 und ist eigentlich der mieseste und eintönigste Musiksender in diesem gesegneten Land. Ich hätte ja nichts gegen eine Punkrock-Dauerbeschallung. Nur dann wäre ich wohl ziemlich schnell ziemlich alleine… - Captain Planet – “Vom Fass in den Regen”
Für mich der beste Song den Captain Planet bis dato geschrieben haben. Wie gewohnt ist der Text klasse, auch wenn ich nicht weiß, ob ich mit meiner Interpretation richtig liege. Jedenfalls ist der Song, aus musikalischer Sicht, mein Favorit auf “Inselwissen”. Er ist treibend, schnell und dynamisch. - Kaospilot – “Ad Infitum”
Kaospilot fassen in einem Song zusammen wofür andere ein ganzes Album benötigen. “Ad Infitum” ist ein perfekter Screamo-Postrock-Song. Aufreibend andererseits, unheimlich atmosphärisch andererseits. Und episch sowieso! Das Besondere ist, dass er, quasi als Herzstück, in der Mitte des Albums steht und auf “Shadows” sowieso in einer ganz eigenen Liga spielt.
Auch grandios:
Amber Daybreak – “Sentinels”, BATS – “Andrew Wiles”, Billy Talent – “Diamond on a Landmine”, Blakfish – “Ringo Starr, 2nd best Drummer in the Beatles”, Captain Planet – “Rambo”, Cold Cave – “Life Magazine”, Foo Fighters – “Wheels”, Gallows – “Death Voices”, Grace. Will. Fall. – “Heroine”, Horse the Band – “Science Police”, Japandroids – “I quit Girls”, Jon Lajoie – “Show me your Genitals 2: E=MC Vagina”, Kerli – “Walking on Air”, MGMT – “Kids”, Kismet – “We are all so busy” & “White Castle”, Nakatomi Plaza – “Pigs will pay”, One Win Choice – “Failure to Quit”, Paint it Black – “Homesick”, Portraits of Past – “Cypress Dust Witch”, The Rituals – “Harvester”, Ruiner – “Two Words”, Thrice – “The Weight”, Sounds like Violence -”Reeperbahn”, Thursday – “Love has led us astray”, The Whitest Boy Alive – “1517″
—
Die SPLITs des Jahres
Mio/Alia – “Split”-Tape

Ehrlich gesagt hatte ich in diesem Jahr nicht mal eine Split-Veröffentlichung die mich komplett aus den Socken haute. Die beiden Besten kamen für mich aber aus dem deutschsprachigem Raum! Der eine Release kam von zwei Leipziger Bands, der andere von zwei österreichischen Combos. Und noch etwas haben die beiden Splits gemein: sie beweisen, dass klassische Emo-Musik auch in unseren Breitengraden weiterlebt. Während Mio und Alia in eine etwas unkommerziellere Richtung gehen und Erinnerungen an Indian Summer oder Ordination of Aaron wecken, stehen Rika und Everton in der etwas poppigeren Tradition von Sunny Day Real Estate und Co.
Rika/Everton – “Split”-12inch

—
Die KLEINFORMATE des Jahres
10. Balance and Composure – “Only Boundaries”

Fünf Jungspunde aus Doylestown, Pennsylvania ließen dieses Jahr die Hoffnung aufkommen, dass guter Indie/Emo noch nicht tot ist. Balance and Composure gelang auf “Only Boundaries” der Spagat zwischen den 90ern und der Neuzeit perfekt. Während Gesang und Sound an eine rohere Version von Taking Back Sunday erinnern, lehnt man sich in Sachen Songstrukturen eher bei altmodischen Vertretern wie Texas is the Reason, Small Brown Bike oder den Get Up Kids an. Diese vier Stücke sind keine nervigen Popsongs, die einem nach dem dritten Durchlauf schon auf die Nüsse gehen. Trotzdessen sind genug anfixende Passagen vorhanden. Sympathisch ist auch, dass sich das Quinttet langsam aber sicher nach oben arbeitet, statt direkt ein Album auf Victory Records zu veröffentlichen. Von Balance and Composure wird man noch einiges hören!
09. Snowing – “Fuck your Emotional Bullshit”

Snowing sind die Nachfolgeband von Street Smart Cyclist – und genau wie diese spielt man mathigen Emo im Geiste von Cap’n Jazz. Doch Snowing sind besser! Sie klingen energetischer, direkter und intensiver als die meisten anderen Bands, die diese Nische bedienen. Die Stücke kommen allesamt gerade mal über zwei Minuten und sind im Herzen kurze, rumpelige Punk-Nummern. Ein großes Highlight sind auch die Texte! Einerseits sind sie “emo as emo can”, andererseits triefen sie vor Spontanität und unaufdringlichem Zynismus. Mit Zeilen wie “I’ll drive home screaming At the Drive-In” haben die Jungs sowieso gewonnen!
08. Paint it Black – “Amnesia”

Paint it Black wollen keine Alben mehr machen – und das ist auch gut so. Denn das Format der 7inch steht ihnen perfekt. Sie haben hier, passend zum Gefühl ihrer Musik, die Möglichkeit innerhalb von 10-12 Minuten kurz Dampf abzulassen. Und das haben die Jungs um Dan Yemin anscheinend immer noch nötig. In gewohnt intelligenter Art wird mit der Gesellschaft, der Politik und dem ganzen Rest der Welt aufgeräumt. Und die Songs erst! Wer dachte, dass Paint it Black nur ein paar Überbleibsel los werden wollten, der irrte gewaltig. Befinden sich doch gerade auf “Amnesia” einige der besten Songs, die die Band je geschrieben hat. Allen voran “Homesick” und das epische, fast schon poppige “Bliss”. Diese Songs sorgen auch dafür, dass “Amnesia” besser geworden ist als “Surrender”. Doch auch wenn Letzteres nicht in dieser Liste steht, sollte man sich diesen Doppelschlag nicht entgehen lassen!
07. Defeater – “Lost Ground”

Nach dem Ableben von Have Heart, Verse und Modern Life is War, scheinen nun Defeater die Leader-Position in Sachen “Modern Hardcore” übernommen zu haben. Der Konsens war jedenfalls eindeutig: hervorragende Band. Auf “Lost Ground” machen Defeater eigentlich nicht viel Neues. Sie spielen melodisch-atmosphärischen Hardcore im Stile der oben erwähnten Bands. Vorallem inhaltlich legen Defeater aber einen drauf. Diese Konzept-Platten der Band haben einfach so viel mehr Tiefe als das was man vom Genre gewohnt ist. Außerdem sind Defeater einfach starke Songwriter. Diese Band kann sich eigentlich nur selbst stoppen!
06. The Brass – “Homosapien”

The Brass sind die neue Band von Jason Rosenthal – seines Zeichens Frontmann der grandiosen, aber schon längst dahin geschiedenen, On the Might of Princes. Können und wollen The Brass dort anknüpfen? Ja und nein. Zwar erinnern die melodischen Emo-Parts sehr stark an Rosenthal’s Ex, allerdings tönen die Ausbrüche um einiges fieser und rotziger. Ich habe schon lange nicht mehr Songs gehört, die in ihren einzelnen Bestandteilen derart konträr sind. Von der poppigen Wohlfühl-Harmonie bis hin zum angeschrägten Schrei-Frickel-Part ist hier innerhalb eines Stückes alles drinnen! Selbst wenn “Homosapien” nur ein zu kurzer Appetizer ist, gehört es zu den originellsten Releases des abgelaufenen Jahres. Das Full-Length in 2010 wird Ärsche treten!
05. Heaven in her Arms – “Duplex-coated Obstruction”

Einige sind sicher davon enttäuscht, wie sich das japanische Screamo-Schwergewicht Envy entwickelt hat. Heaven in her Arms leisten Abhilfe! Sie erinnern auch auf “Duplex-coated Obstruction” an die beste Zeit von Envy und schaffen es zerstörerische mit reduzierten Parts zusammenzubringen. Hier nervt es mich nicht mal, wenn ein Song gar nicht mehr enden will – denn es klingt nicht aufgeblasen, sondern natürlich. Es bleibt stets spannend und scheint vor lauter Intensität zu platzen. Das zweite Mal in Folge überzeugen Heaven in her Arms auf voller Linie.
04. StapH - “Keys”

Und noch so eine “ex-bla-bla”-Band. In diesem Fall ist StapH die neue Band ehemaliger Lion of the North-Mitglieder. Letztgenannte Band lebte nicht lange und veröffentlichte nur eine EP – welche aber großartig war! StapH jedenfalls schafften es mit dem, auf 50 Stück limitierten, “Keys” eine hervorragende kleine Platte zu schreiben, die sowohl in emotionaler als auch in atmosphärischer und technischer Hinsicht begeistert. Erinnern tut das Ganze an Bands wie Portraits of Past, Funeral Diner, Drowning with our Anchors oder Aussitot Mort. Sprich, Mid90ies-Emo, mit kurzen Ausbrüchen und epischen, reduzierten Parts. Gerade Letztere drohen hier vor lauter Spannung überzulaufen. Diese drei Songs sind jedenfalls mehr als vielversprechend! Hoffen wir, dass diese Band Zukunft hat!
03. Comadre – “A Wolf Ticket”

Es ist unheimlich, wie sich Comadre von Release zu Release weiterentwickeln. Mit ihrem unbeschreiblichem Mix irgendwo zwischen rasendem Screamo, unpeinlichem Emo, Spasten-Hardcore und rotzigem Punkrock sind sie spätestens seit “Burn your Bones” eine ganz eigene Hausnummer. “A Wolf Ticket” zeigt die Band noch etwas vielschichtiger, noch etwas detailverliebter, noch etwas zwingender. Was dabei rauskommt ist eine Platte, die es vermag sowohl Ärsche zu treten, als auch Hooks am Fließband zu produzieren. Comadre bieten einem etwas zum Entdecken, deuten im nächsten Moment aber schon wieder auf die Tanzfläche. Was kacke ist: leider wurde nur eine Seite der 12inch bespielt. Das nächste mal bitte beide!
02. Portraits of Past – “Cypress Dust Witch”

1995 aufgelöst, 2008 wiedervereint. Dass man bei Portraits of Past allerdings nicht versucht sich selbst zu kopieren, beweist “Cypress Dust Witch” von der ersten Sekunde an. Sicher: auch die neue EP bewegt sich im Spannungsfeld von “screamy emo”. Die Herangehensweise ist aber so eigenwillig, dass diese Platte erstmal ein paar Durchläufe braucht – selbst wenn sie nur 19 Minuten lang ist. Hat man sich aber reingehört, lassen einen die erhabenen, unverbrauchten Melodien und die intensive Atmosphäre nicht mehr los. Zusammen mit Drowning with our Anchors’ Full Length definitiv DAS Emo-Release in 2009!
01. Litany for the Whale – “Dolores”

Völlig aus dem Nichts kam 2009 eine Band namens Litany for the Whale und lieferte mit “Dolores” ein einmaliges Werk ab, dass bei mir einschlug wie eine Bombe. Der Fünfer aus Kalifornien schaffte es auf dieser EP brutalen Hardcore mit höchst atmosphärischen Ambient-Parts kongenial zu verschmelzen. Es klingt zu jeder Zeit homogen, niemals gezwungen. Es ist intensiv und kompromisslos, einfühlsam und reduziert zugleich. Während die ruhigen Parts wunderschön sind und einem einfach nur unter die Haut fahren, begraben die heftigen Parts in bester Bulldozer-Manier alles unter sich. Sieht man sich die vielschichtigen Vergleiche in diversen Reviews an, merkt man, dass Litany for the Whale ihre eigene Nische geschaffen haben. Gerade solche Bands scheinen oft, völlig grundlos, unterzugehen. Genau deswegen lege ich diese grandiose Platte nochmal jedem ausdrücklich ans Herz…
—
Abschließend wünsche ich allen ein glückliches und gesundes 2010! Ich möchte mich für sämtliche Klicks, Kommentare, Verlinkungen und sonstigen Support in 2009 herzlich bedanken. Einen Neujahrsausblick wirds an dieser Stelle nicht geben, weil sowieso immer alles anders kommt… nur eins sei garantiert: wie letztes Jahr poste ich meine Top 20-Alben des vergangenen Jahres in ein paar Jahren Tagen.
tolle zusammenfassung – und sooo viele male ein danke schön für die nominierung des mio/alia tapes!
Von: andi am 9. Januar 2010
um 14:34
[...] Fuckup Awards 2009 [...]
Von: Weekly Shared Items – 12. January, 2010 | TOXIN LABS - weblog of a german design student from wuerzburg am 12. Januar 2010
um 07:06