Man kann eine Platte anhand von so vielen Faktoren bewerten. Sei es die Technik mit der die Musiker ans Werk gehen, der Sound der im Aufnahmestudio zusammengezimmert wurde, die Tiefe der Texte samt deren Lesefluss oder die Zusammensetzung der Tracklist. Ist ein Album nur eine Aneinanderreihung von netten Songs oder kommt am Ende ein rundes Gesamtwerk bei raus. Oder lebt es, im schlimmsten Falle, nur von seinen drei Überhits, während der Rest einfach stinkt? Nicht zu vergessen seien Dinge wie Innovationswut, rüberkommende Energie oder schlicht Sympathie für die jeweilige Band. Haben wir schon die Vocals erwähnt? Die zerstörten schon viele Platten! Manchmal… ja, manchmal tut dies alles nix zur Sache. Dann, wenn es einfach nur um das Gefühl einer Platte geht. Captain Planet sind so eine Band, die etwas ganz Besonderes an sich hat. Vielleicht nennt man es einfach “Charme”. Zumindest ist es das, was diese Platte ausmacht. Musikalisch bietet “Inselwissen”, genau wie sein Vorgänger, nicht sonderlich viel Herausragendes. Das ist Emopunk auf deutsch! Allerdings klauen Captain Planet ihre Songs nicht einfach von irgendwelchen amerikanischen Bands und übersetzen deren englische Texte ins Deutsche. Viel eher scheinen die Hamburger von ihrem eigenen Umfeld beinflusst worden zu sein. Denn gewissermaßen ist Captain Planet für die Leute gemacht worden, denen Tomte und Kettcar immer zu uncool waren. Mehr Punk, mehr Direktheit! Weniger intellektuell klingen wollende Poesie, weniger hornbrillentragende Studenten! Die Texte sind greifbar und einfach, klingen aber niemals stumpf, sondern punkten durch enorm viel… Charme! Ständig wird man selbst angesprochen. “Nur so spürst DU dass DU alles kannst” / “DU weißt es nicht” / “DU hast’s gesehen” / “Suchst nach der Form die DU sein wilst”. Das macht den Captain zum perfekten Beifahrer auf sonst so einsamen Autofahrten. Und wenn sich das hübsche Mädel vom Supermarkt endlich mal abholen lässt, dreht sie den Lautstärkeregler, den man höflichkeitshalber vorher zurückdrehte, von selbst wieder hinauf! “Inselwissen” ist somit mehr als nur ein weitres Album, das man irgendwo einordnen oder irgendwie bewerten muss. Wahrscheinlich ist das auch der Grund dafür, warum sämtliche Reviews zu dieser Platte ebenfalls so putzig in der “DU”-Form geschrieben sind. Um meiner Linie nicht komplett untreu zu werden, seien ein paar trockene Fakten doch noch erlaubt: “Inselwissen” ist eigentlich genauso wie “Wasser kommt, Wasser geht”. Qualitativ schenken sich die beiden Alben nicht viel. Durch die druckvollere Produktion gefällt mir der Sound auf “Inselwissen” etwas besser. Allerdings denke ich, dass Captain Planet noch nicht da angekommen sind, wo sie hinkommen könnten. Denn vom Gefühl her folgt nach zwei mitreißenden Songs noch immer ein nur ordentliches Stück. Aber nicht mal das kann am Wert dieser Platte rütteln. Schließlich könnte man den Obersympathen aus dem hohen Norden ewig zuhören. Schlussfolgerung: diese Platte wächst einem ans Herz! Unterstütze DU den Captain! 8/10
Verfasst von: Alessandro | 4. November 2009
Captain Planet – “Inselwissen” (Unterm Durchschnitt)
Veröffentlicht in daily moshpit | Schlagwörter: Captain Planet, Emo, Indie, Punkrock
hi,
Ich weiß nicht, ob das hier so gut reinpasst, aber ich habe auch eine Webseite, mit technischem Material (auch Bedienungsanleitung), die ich in andere Sprachen übersetzen möchte, bis jetzt wurde mir nur eine Agentur dazu empfohlen: Bedienungsanleitung übersetzen
hat noch jemand gute Erfahrungen gehabt?
Danke
gruß
Von: Jones am 12. November 2009
um 15:04
Sorry, kann dir da leider auch nicht weiterhelfen. Aber DU kannst ja den Captain fragen ;)
Von: jetsetradio am 13. November 2009
um 00:55