Verfasst von: jetsetradio | 3. November 2009

This City – „We were like Sharks“ (Epitaph)

Ich finde die Myspace-Seite von This City einfach klasse! Ich kann mir dort Videos der Jungs anschauen! Ich kann mir einen Bonus-Track runterladen! Es gibt sogar einen Flash-Banner, den ich, nebenbei erwähnt, auf meinen Blog bald einbauen werde! Nicht zu vergessen seien die coolen Fotos meiner neuen Lieblingsband! Ach Gott, ich könnte Stunden auf dieser Seite verbringen! Nur Klingeltöne gibts keine. Menno, das ist echt mal doof! Nicht falsch verstehen! This City sind nicht der Untergang des Morgenlandes. Sonst hätte ich mir ihr Debütalbum „We were like Sharks“ auch nicht komplett durchgehört. Was das Image und die ganze Aufmachung angeht, sind es aber genau solche Bands, die dafür sorgen werden, dass Hardcore in ein paar Jahren absolute Pop-Musik wird. Auf erwähnter Seite steht, dass This City klingen wie eine Mischung aus At the Drive-In und Bloc Party, mit ein paar Elementen von den Blood Brothers (!) und 80er-Dischord-Bands (!!!) . Dieser Vergleich ist so ungefähr der schlechteste den ich seit langem gehört habe! Einzig und allein der Sänger versucht ansatzweise so zu klingen wie Cedric Bixler anno dazumal. Allerdings singt er weder, noch schreit er. Viel eher würde ich sagen, dass der Typ einfach nur spricht. Das natürlich etwas lauter und aufgebrauster, aber nie so extrem, dass sich irgendeiner dran stören könnten. In jedem Fall ist der junge Mann unheimlich bechränkt und schafft es gerade in den, zig vorhandenen, melodiösen Parts nicht die Stimmung des Songs einzufangen. Vocals und Musik passen zumeist schwer zueinander. Abgesehen davon, nervt das Pudel-Gebelle auf Dauer ungemein. Musikalisch könnte man This City als extrem poppige Version von Bands wie Billy Talent oder noch besser Disco Ensemble bezeichnen. Sowohl die dort noch vorhandenen Kanten, als auch die Energie und das Gespür für gute Hooks blieben allerdings auf der Strecke. Und wenn hier mal wirklich etwas hängen bleibt, dann hat das damit zu tun, dass der Refrain in jedem Song gefühlte 50 mal wiederholt wird. Auch der, meiner Meinung nach, beste Song, die Single „We move“, leidet unter diesem Problem. Während die zwei, drei anderen, etwas schnelleren Songs noch akzeptabel sind, sind es besonders die melodiösen, im Midtempo versumpfenden, Nummern, die für Grauen sorgen. Und die Halbwertszeit der ganzen Platte dürfte geringer sein als die von einem Liter Milch. Bleibt nur noch eine Frage: Wo zum Kuckuck bleibt jetzt der Klingelton? Kann doch nicht so schwer sein, Meeeenschhhh!! 3/10


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