Die Neue von The Human Abstract wird auf Sputnikmusic drüben gerade ziemlich zerissen. Gerechtfertigt? Ja und nein. Es ist natürlich enttäuschend, dass eine weitere hoffnungsvolle Band den Schritt Richtung Mainstream macht. Das wunderbar verfrickelte, nerdige “Nocturne” ließ nicht unbedingt darauf hindeuten. Doch THA haben es geschafft, dass “Midheaven” um einiges verträglicher klingt. Durch die Hinzunahme von Keyboards, elektronischen Elementen, klassischen Refrains und weit mehr Melodien. Im Grunde kombiniert man jetzt, wie auf Sputnik schon beschrieben, Alternative Rock mit Tech-Metal. Die signifikanden klassischen Einflüsse hört man ab und an zwar noch durch, aber sie sind nicht mehr so prägend wie auf “Nocturne”. Außerdem ist der Tech-Metal-Anteil viel reduzierter als auf diesem. Man könnte fast meinen “Midheaven” sei das Übergangsalbum zum neuen, dann wohl endgültig massenkompatiblen neuen Sound von The Human Abstract. Neben dem Schwerpunkt auf melodischeren, simpleren Klängen ist die zweite große Veränderung ganz eindeutig der neue Sänger. Dieser singt nämlich durchaus und lässt die Schreistimme komplett im Schrank. Er ist außerdem viel präsenter als sein Vorgänger und drängt sich bei Zeiten geradezu in den Mittelpunkt. Einige male nervt er hier vielleicht etwas, doch technisch gesehen macht er seine Sache ziemlich gut. In gewissen Momenten erinnert er mich gar an System of a Down’s Daron Malakian oder den Sänger von The Apex Theory/Mt. Helium. Ich finde sogar, dass er immer mal wieder für einen richtig atmosphärischen Moment sorgt und definitiv das Zeug dazu hat radiotaugliche Songs zu singen. Und das macht er teilweise auch. Im Gegenzug klingt er in einigen Songs wieder völlig cheesy. Überhaupt schwankt die Qualität der Scheibe beträchtlich und so schauen bis auf ein paar nette Momente, hier und da, keine besondere Highlights heraus. Obwohl! Mit “Breathing Life into Devices” landet man doch glatt einen schönen Radiohit, der das Prädikat “Ohrwurm” verdient. Der große Rest ist zwar nie aufregend, aber auch nicht so übel, als dass man sich die Platte nicht von vorne bis hinten durchhören könnte. An “Nocturne” reicht “Midheaven” natürlich nie und nimmer ran, aber ich finde es ist zumindest hörbarer als die neue Protest the Hero. Obwohl beide auf ihre Art und Weise überladen wirken… 4/10
Verfasst von: jetsetradio | 19. August 2008