Troubled Coast – „I’ve been thinking about leaving you“-EP (PureNoise)
Als Troubled Coast ihre neue EP mit La Dispute-Sprech-Gesang eröffneten, hatte ich schon ein ungutes Gefühl. Naja, was solls. Die werden schon die Kurve kriegen und, ähnlich wie auf dem Vorgänger, Richtung alte Alexisonfire, alte Thrice oder Beloved ausschlagen. Denkste! Der Opener „Patient Hands“ entwickelt sich zum Indie-Rock-orientierten, epischen Stück, das wie eine Mischung aus Brand New, Balance and Composure und Make do and Mend klingt. Außerdem hört der Sänger gar nicht mehr auf mit seinen gesprochenen Zeilen, vergisst dabei ganz auf Gesang und Geschrei. Wenn er „I’m still a Loner, Dottie“ (immerhin: 10 Punkte für den Songtitel!) im selben Stil eröffnet, weiß man was die Stunde geschlagen hat. Troubled Coast vergessen all das, was sie auf „Letters“ ausmachte und hängen sich mit beiden Händen am Trend-Zug fest. Für sich betrachtet machen sie ihre Sache routiniert. Doch was mich neben den einförmigen Songs vollkommen nervt ist dieser penetrant eingesetzte Sprechgesang, der 1:1 so klingt wie bei La Dispute. Außerdem nehme ich Troubled Coast diese Entwicklung einfach nicht ab! Der Zeitgeist wirds aber lieben… 4/10
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The Usual – „Doorways Full of Ghosts Holding Faces in their Hands“-EP (DIY)
The Usual brachten letztes Jahre das durchwegs solide „Light Letters“ raus. Sie konnten sich nie so richtig entscheiden, ob sie nun reinrassigen, altmodernen Screamo, Mid-90ies-Emo oder den aktuell so angesagten, vertrakten Stoff spielen wollten. Vielleicht war das Album gerade deswegen so unterhaltsam. Am Besten gefielen mir The Usual allerdings, wenn sie direkt zu Werke gingen und ihre Songs kaum über die 1-Minuten-Marke kamen. Die beiden neuen, hier vertretenen Stücke zeigen definitiv in die entgegengesetzte Richtung. Nichtsdestotrotz kombinieren The Usual auch über die zwei- bis dreifache Länge die selben Stilistiken. Das neue Material ist noch etwas facettenreicher, noch etwas ausgefeilter. Im Opener „The World Record is 9″ erzeugen The Usual über einen ausgedehnten Instrumental-Part sehr viel Atmosphäre und fahren dann ein episches Crescendo auf – spontan fühl ich mich an The Saddest Landscape erinnert. „Breaking Thick Bones“ startet chaotisch, in bester We were Skeletons-Manier und geht dann über in einen typischen Emo-Part, mit dramatischem Geschrei und immer leiser werdenden Instrumenten. Der Vorteil von The Usual ist zugleich ihr Nachteil. Sie sind innerhalb des Screamo-Universums sehr variabel, legen sich aber nie auf etwas fest. Was Neueinsteiger begeistern könnte, wird Puristen weniger zusagen. Ich bin hin- und hergerissen. Reifer als das Material davor ist „Doorways“ aber allemal! 6/10
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xJustified Violencex – „Straight Edge Warrior“-EP (DIY)
Zum Abschluss des ersten Dreiers in 2012 ein wahres Sahnehäubchen! xJustified Violencex rechnen innerhalb von fünf Minuten mit allen Ungläubigen ab! Wo einem als Fleischfresser, Raucher und Trinker anfangs nur Prügel angedroht wird, da heißt es später: „keep smoking… get buried alive!“. Freundlicherweise liegen dem Download die Lyrics anhand eines Word-Dokuments bei. Musikalisch hauen einem xJustified Violencex einen derart stumpfen, minimalistischen Mosh-Brocken um die Ohren, dass man prompt in die frühen 90er geschleudert wird. Cool ist übrigens, dass die Straight Edger das Geld ihrer verkauften Scheiben dafür einsetzen wollen, ihren ehemaligen Basser Jake aus dem Gefängnis zu holen. Bei seinem Fleischer kann er ja kaum eingebrochen sein…. 7/10
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