Verfasst von: Alessandro | 27. Januar 2012

EP-Dreier: Troubled Coast, The Usual & xJustified Violencex

Troubled Coast – „I’ve been thinking about leaving you“-EP (PureNoise)
Als Troubled Coast ihre neue EP mit La Dispute-Sprech-Gesang eröffneten, hatte ich schon ein ungutes Gefühl. Naja, was solls. Die werden schon die Kurve kriegen und, ähnlich wie auf dem Vorgänger, Richtung alte Alexisonfire, alte Thrice oder Beloved ausschlagen. Denkste! Der Opener „Patient Hands“ entwickelt sich zum Indie-Rock-orientierten, epischen Stück, das wie eine Mischung aus Brand New, Balance and Composure und Make do and Mend klingt. Außerdem hört der Sänger gar nicht mehr auf mit seinen gesprochenen Zeilen, vergisst dabei ganz auf Gesang und Geschrei. Wenn er „I’m still a Loner, Dottie“ (immerhin: 10 Punkte für den Songtitel!) im selben Stil eröffnet, weiß man was die Stunde geschlagen hat. Troubled Coast vergessen all das, was sie auf „Letters“ ausmachte und hängen sich mit beiden Händen am Trend-Zug fest. Für sich betrachtet machen sie ihre Sache routiniert. Doch was mich neben den einförmigen Songs vollkommen nervt ist dieser penetrant eingesetzte Sprechgesang, der 1:1 so klingt wie bei La Dispute. Außerdem nehme ich Troubled Coast diese Entwicklung einfach nicht ab! Der Zeitgeist wirds aber lieben… 4/10
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The Usual – „Doorways Full of Ghosts Holding Faces in their Hands“-EP (DIY)
The Usual brachten letztes Jahre das durchwegs solide „Light Letters“ raus. Sie konnten sich nie so richtig entscheiden, ob sie nun reinrassigen, altmodernen Screamo, Mid-90ies-Emo oder den aktuell so angesagten, vertrakten Stoff spielen wollten. Vielleicht war das Album gerade deswegen so unterhaltsam. Am Besten gefielen mir The Usual allerdings, wenn sie direkt zu Werke gingen und ihre Songs kaum über die 1-Minuten-Marke kamen. Die beiden neuen, hier vertretenen Stücke zeigen definitiv in die entgegengesetzte Richtung. Nichtsdestotrotz kombinieren The Usual auch über die zwei- bis dreifache Länge die selben Stilistiken. Das neue Material ist noch etwas facettenreicher, noch etwas ausgefeilter. Im Opener „The World Record is 9″ erzeugen The Usual über einen ausgedehnten Instrumental-Part sehr viel Atmosphäre und fahren dann ein episches Crescendo auf – spontan fühl ich mich an The Saddest Landscape erinnert. „Breaking Thick Bones“ startet chaotisch, in bester We were Skeletons-Manier und geht dann über in einen typischen Emo-Part, mit dramatischem Geschrei und immer leiser werdenden Instrumenten. Der Vorteil von The Usual ist zugleich ihr Nachteil. Sie sind innerhalb des Screamo-Universums sehr variabel, legen sich aber nie auf etwas fest. Was Neueinsteiger begeistern könnte, wird Puristen weniger zusagen. Ich bin hin- und hergerissen. Reifer als das Material davor ist „Doorways“ aber allemal! 6/10
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xJustified Violencex – „Straight Edge Warrior“-EP (DIY)
Zum Abschluss des ersten Dreiers in 2012 ein wahres Sahnehäubchen! xJustified Violencex rechnen innerhalb von fünf Minuten mit allen Ungläubigen ab! Wo einem als Fleischfresser, Raucher und Trinker anfangs nur Prügel angedroht wird, da heißt es später: „keep smoking… get buried alive!“. Freundlicherweise liegen dem Download die Lyrics anhand eines Word-Dokuments bei. Musikalisch hauen einem xJustified Violencex einen derart stumpfen, minimalistischen Mosh-Brocken um die Ohren, dass man prompt in die frühen 90er geschleudert wird. Cool ist übrigens, dass die Straight Edger das Geld ihrer verkauften Scheiben dafür einsetzen wollen, ihren ehemaligen Basser Jake aus dem Gefängnis zu holen. Bei seinem Fleischer kann er ja kaum eingebrochen sein…. 7/10
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Verfasst von: Alessandro | 22. Januar 2012

Loma Prieta – „I.V.“ (Deathwish)

Loma Prieta sind schwer darum bemüht Verbindungen herzustellen. Nach „Carelessness“ (von „Dark Mountain“) und „Closenessness“ (von „Life/Less“) folgt „Uselessness“. Und selbst auf das Debütalbum „Last City“ wird Bezug genommen – in der Fortsetzung der „Trilogy“, mit den Teilen 4, 5 und 6. Vielleicht ist das Loma Prieta’s Art zu sagen: „Hey, wir sind trotz Deathwish-Signing immer noch die Alten!“. Nach dem Opener „Fly by Night“ kann man ihnen da nur zustimmen. Er eröffnet das neue Album so, wie die anderen auch eröffnet wurden. Nämlich angriffslustig und straight. Erst zur Mitte hin nehmen Loma Prieta das Tempo raus und ziehen einen epischen Melodiebogen auf. Was dann folgt sind die schnellen Nackenbrecher, die gerade mal über eine Minute Laufzeit kommen. Die erwähnte „Trilogy“ bringt Neuerungen. „Momentary“ startet mit einem immer schneller werdenden Rhyhtmus und wälzt einen dann in bester Bulldozer-Manier nieder. Derart nach Converge klangen Loma Prieta wohl nie. Das Stück fließt hinein in „Half Cross“, das weiterhin Converge-Huldigung betreibt. Der letzte Abschnitt „Forgetting“ steigert das Intensitätslevel nochmal und ist ein lupenreiner Noise-Batzen! Nach einer Minute fahren Loma Prieta einen Groove auf und steuern den Song von da an konsequent an die Wand, mit viel Stakkato und immer verzerrter werdenden Sound. Tolle, homogene Sache, diese „Trilogy“ – doch alle drei Teile könnten genauso gut Restmaterial von „Jane Doe“ sein. Außerdem wirkt diese plötzliche Deathwish-Anlehnung, nach dem relativ klassischen Start, etwas unnatürlich.

Von da an scheint die Transformation vollzogen zu sein. Stücke wie „Uniform“ oder „Uselessness“ verharren stärker denn je im Midtempo und bieten diesen Kontrast aus Dampfwalze einerseits und hintegründiger Epik andererseits. „Aside from this Distant Shadow“ fährt eine ähnliche Schiene, ist aber etwas verspielter und gehört somit zu den wenigen Highlights der zweiten Hälfte. Ansonsten gibt mir diese Hälfte wenig. „Biography“ versinkt im Noise und ist einfach nur anstregend. Rausschmeißer „Diamond Tooth“ gibt sich betont melancholisch und für Loma Prieta-Verhältnisse fast schon „ruhig“, beschließt „I.V.“ aber relativ ereignislos – gerade im Vergleich zum tollen Closer vom letzten Album „Life/Less“.

Mit die größte Veränderung gab es natürlich beim Sound. Dabei ist es erwähnenswert, dass Loma Prieta ihren alten Produzenten Jack Shirley behielten und „I.V.“ im gleichen Studio aufnahmen, in dem man auch „Life/Less“ einspielte. Anscheinend waren die Rahmenbedingungen besser, denn so heftig und voluminös wie auf dem neuen Werk klangen Loma Prieta nie zuvor. Allgemein passen sie damit perfekt auf Deathwish, denn sie reihen sich unauffällig in die Bands ein, die einerseits roh und dreckig, andererseits äußerst fett klingen. Beizeiten ist mir der penetrante Noise auf „I.V.“ etwas too much. Ich bevorzuge den minimalistischen Sound der Vorgänger – doch das dürfte Geschmackssache sein. Großartig herausragen können Loma Prieta in der Hinsicht jedenfalls nicht.

Wer „I.V.“ aktuell völlig abfeiert und es schon als Album des Jahres hinstellt, der hat entweder nie etwas von Loma Prieta gehört oder ließ sich vom typischen Deathwish-Hype mitreißen. Das Album ist durchwegs solide und unterhaltsamer als das unspektakuläre „Dark Mountain“. An die beiden besten LP-Alben „Last City“ und „Life/Less“ kommt es aber niemals ran! Im Endeffekt sind Loma Prieta sogar ein lobendes Beispiel, dass man sich auf Deathwish nicht komplett anpassen muss. Denn neben vielen Bezügen zu den Vorgängern, hielt man auch am Produzenten fest und gestaltete sogar das Artwork im Stile der Platten davor. All das hilft nichts, wirklich gar nichts, wenn die Band musikalisch kaum Höhepunkte setzen kann – und das ist hier der Fall!
6/10

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Enter Shikari sind eine Band die polarisiert. Man liebt oder hasst sie. Mit jedem neuen Release! „Take to the Skies“ gefällt mir auch heute noch. Abgesehen von allem Elektronik-Schnick-Schnack war der Erstling eine verdammt gute, moderne Post-Hardcore-Platte, bei der sich die Band viel von Alexisonfire oder Hopesfall klaute. Der Nachfolger „Common Dreads“ sollte vielschichtiger klingen und ging dabei in die falsche Richtung. Er hatte mehr Techno-Anteil und wollte plötzlich ulking sein. Was dabei rauskam war zwar solide, hatte aber auch seine peinlichen Stellen. Mit dem dritten Album „A Flash Flood of Colour“ machen Enter Shikari genau dort weiter wo sie vor drei Jahren aufhörten. Das neue Werk ist noch „elektronischer“, noch facettenreicher und soll dabei wohl sämtliche Gefühlsebenen ansprechen. Operation: misslungen.

Schon die ersten Sekunden verärgern mich. Der Einstieg mit „System…“/“Meltdown“ ist schlicht und einfach vom The Streets-Album „Original Pirate Material“ abgekupfert. Dieser epische Beat erinnert frappierend an den von „Turn the Page“. Wenn der Sänger dann mit den gerappten Parts einsteigt, weiß man, wie sehr er Mike Skinner lieben muss. Arm wird’s bei „Sssnakepit“ wo er dessen „Oi!“-Ruf imitiert und unterlegt von einem Two-Step-Beat erneut zu rappen beginnt. Nichts gegen Heldenverehrung, aber in diesem Fall ist das einfach nur eine dreiste  Kopie des Originals. The Streets wird sich im Grab umdrehen! „Sssnakepit“ wird dann auch nicht besser, wenn Enter Shikari in der Mitte einen völlig ausgelutschten Breakdown runterschrammeln. Spätestens hier kann ich diese Band nicht mehr ernst nehmen. Deswegen nehme ich ihnen auch nicht eine Halbballade wie „Search Party“ ab – obwohl es zu den „Highlights“ zählt. Hier zeigen Enter Shikari ihr songschreiberisches Talent, ähnlich wie in ihrer Frühphase. Gut ist diese Band allerdings nur, wenn sie sich selbst reduziert. Und das tut sie auf „A Flash Flood of Colour“ viel zu selten! Der Großteil des Albums ist ein verwirrter, überambitionierter Haufen aus Ballerman-Techno, pseudo-fettem Breakdown-Scheiß, abgekupferten Rap-Parts, humorig gemeinten Sound-Schnipseln und Emo-Herzschmerz-Gesten. Alleine der Sprung von diesen überdrehten Blödeleien hin zu den plötzlich ganz ernsthaften Balladen funktioniert für mich einfach nicht. Schön für denjenigen, der Vielseitigkeit über alles liebt. Doch ich vermisse innerhalb der Platte jegliche Balance, jeglichen Zusammenhalt.

Im Endeffekt ist „A Flash Flood of Colour“ ein Album das viel will, aber wenig kann. Eins, dass mich schon von seiner reinen Attitüde her völlig abturnt. Eins, zu dem ich, trotz seiner zwei bis drei netten Stücke, nie wieder zurückkommen werde. Kurz gesagt: eins, dass man nicht gehört haben muss.
3/10

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Verfasst von: Alessandro | 19. Januar 2012

Dowsing – „Up to me“

Verfasst von: Alessandro | 14. Januar 2012

&U&I – „Belly full of Fire and a Heart full of Blood“

Verfasst von: Alessandro | 11. Januar 2012

Reunion-Wahn: At the Drive-In und Refused wiedervereint!

Kaum check ich mal drei Tage lang nicht das Internet, reformieren sich sogleich zwei meiner absoluten Lieblingsbands! At the Drive-In (!!!) UND Refused (!!) treten an, um ihren Legendenstatus selbst zu zerstören. Prost, Mahlzeit!

Bei At the Drive-In kann man das Ganze wohl als absolute Sensation verbuchen, wenn man bedenkt, welche Schlammschlacht es nach der Trennung gab. Da wurde eine Reunion, zumindest von der Mars Volta-Seite aus, vollkommen ausgeschlossen. Wie immer stellt sich die Frage, wie hoch der kommerzielle Gedanke einer solchen Wiedervereinigung ist. Meine Vermutung: verdammt hoch! Es wurde schon eine neue Website eingerichtet, die aber wenig Licht ins Dunkel bringt. Dort stehen einzig und allein zwei Festival-Termine im April, irgendwo in Kalifornien. Ob es nur dabei bleibt, ob weitere Konzerte gespielt werden oder glatt eine neue Platte aufgenommen wird, ist unklar. Ich finde es gar nicht so unrealistisch, dass die Band wieder zusammengefunden hat – das würde zumindest erklären, warum es in letzer Zeit so ruhig um Sparta und The Mars Volta war. Eine noch viel abgefahrenere These: trotz meiner tief-pessimistischen Einstellung bei solchen Reunions, traue ich es At the Drive-In zu ein Album einzuspielen, dass an die Klasse von „Relationship of Command“ rankommt – selbst wenn die Erwartungshaltung ins Unermessliche schießen würde!

Nicht ganz so überraschend finde ich die Reunion von Refused. Zumindest im Vergleich zu der At the Drive-In-Meldung. Laut Kristofer Steen kamen die einzelnen Bandmitglieder zuletzt wieder recht gut miteinander klar. Dennis Lyxzen und David Sandström tobten sich genug bei der minimalistischen HC-Combo AC4 aus, sodass dieser Schritt nun mehr als logisch ist. Schließlich muss auch wieder etwas Geld in die Kassen! Doch wer will es diesen, nicht mehr allzu jungen, Herren verübeln? Bei Refused klingt es laut Website eher so, als ob sie sich nur für ein paar Konzerte wiedervereinen. Quasi um „The Shape of Punk to come“ Tribut zu zollen. Ob sich die Schweden zu einer neuen Platte aufrappeln?! Wenn ja, sehe ich nicht ganz so viel Potential wie bei At the Drive-In. So sehr ich die Jungs schätze, traue ich ihnen niemals zu ihr Meisterwerk zu toppen.

Interessant ist übrigens, dass At the Drive-In UND Refused beide beim selben Festival, namentlich das Coachella Festival, auftreten werden. Wo erstere zweimal den Sonntag bespielen, treten Letzgenannte zweimal am Freitag auf. Verrückte Sache, das.

Verfasst von: Alessandro | 6. Januar 2012

Paan – „Sounds like Chewbacca is Taking a Shit“-EP (Lala)

Irgendwo hörte ich schon mal von ihnen, so richtig zugehört hab ich ihnen aber niemals: Paan aus Sachsen-Anhalt. Vor zwei Jahren kam ihr Debütalbum „Endlich sind alle Tiere tot“ raus. Auf diesem spielte die Band zeitgemäßen Screamo der europäischen Schule, mit epischen Melodien und all dem Quatsch. Dadurch, dass Paan auf Deutsch texteten hatte das Ganze eine gewisse Eigentändigkeit, vollkommen vom Hocker riss mich die Platte aber nicht.

Mit „Sounds like Chewbacca is Taking a Shit“ machten Paan einen großen Sprung nach vorne. Ihre Entwicklung erinnert mich frappierend an die von Trip Fontaine, die auf ihren letzten beiden Alben  vielschichtiger und professioneller als zuvor klangen. Der Sound der EP ist für eine derart kleine Veröffentlichung mehr als amtlich. Man hört die Instrumente klar und deutlich, dabei ist ihr Klang perfekt aufeinander abgestimmt. Kurz gesagt: verdammt rund. Es ist nicht nur der Sound, es ist auch die Mischung, die dieses Werk um so viel besser macht als seinen Vorgänger. Wie selbstverständlich switchen Paan hin und her zwischen rhythmischen, gefühlsvollen oder verspielten Sektionen und streifen innerhalb dieser fünf Songs unterschiedliche Genres wie Post-Hardcore, Indie, Mathrock oder Screamo/Emo. Die Jungs dürften sich einiges von Hot Cross, At the Drive-In oder Q and not U abgeschaut haben und entwickelten daraus ihren eigenen Stil. Denn immer wenn man Paan festnageln will, nehmen sie eine schräge Kehrtwende oder bringen etwas schwer Vergleichbares.

Der Hit steht mit „Steam“ gleich am Anfang. Ein schneller, hook- und melodiegeladener Song mit einem eingängigen, episch angehauchten Stakkato zum Schluss hinaus. Mein persönlicher Liebling folgt mit „Crazy Invention“ gleich darauf. Aus der chaotischen Verzwacktheit heraus entspringt ein anfixendes Lead, das den Song von da an direkter macht. Die Band geht über ins Crescendo und überrascht einen abermals mit einer grandiosen, zurückgelehnten Emo-Sektion. Es folgt der für diesen Stil so typische Ausbruch, der „Crazy Invention“ in sein instrumental ausgedehntes Finale leitet. Beeindruckender Song. Und das in fünf Minuten. Der Opener ist übrigens noch länger! Schön finde ich übrigens auch, wie das zweite ins dritte Stück überfließt. Dieses ist dann ein aggressiver Raser, der nach gut 60 Sekunden schon wieder vorüber ist – Paan können also auch anders. „Lisa Makka Hardy“ haut mich nicht direkt um, dafür hat der Closer seine Stärken. Der melodiös-verspielte Beginn mit dem abgeklärten Sprechgesang erinnert mich an We fade to Grey und Konsorten. Doch die Salzwedler rücken auch dieses Lied in eine andere Richtung und steigen mit viel Lärm ein, beenden die EP schließlich prompt, ohne viel Tam-Tam.

Ganz so genial wie die erste Hälfte, ist die zweite leider nicht. Doch wenn die Band an ihrem Songwriting feilt, dann könnte das nächste Album ein absoluter Kracher werden. Talent, starken Sound und diese gewisse Brise Wahnsinn besitzen Paan nämlich absolut. Ein würdiger Start in 2012, diese EP.
8/10

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Verfasst von: Victor | 5. Januar 2012

20 aus 2011 (V)

20 // Oathbreaker // Mælstrøm

 19 // Grinning Death’s Head // Black Sun Rising

 18 // Stray From The Path // Rising Sun

Stray From The Path gehen mit Rising Sun immer mehr in Richtung Beatdown. Geblieben sind die recht chaotischen Songstrukturen und mancher Riff der sehr an Converge erinnert. Lies mehr …

Verfasst von: Alessandro | 5. Januar 2012

Gotye feat. Kimbra – „Somebody that I used to know“

Hab den Song letzte Woche im Musikfernsehen entdeckt und bin von einem Geheimtipp ausgegangen. Doch nach einer kleinen Recherche, merkte ich, dass das Teil auf 1 in den Charts ist. Immerhin: so viel Geschmack bewies die breite Masse selten. Der Typ hat eine tolle Stimme und der Refrain ist einfach grandios! Außerdem liebe ich diese schlichten Videos, in denen nicht allzu viel passiert.


Im Übrigen finde ich es immer wieder beeindruckend, wie so ein Song plötzlich durchstartet. Er hätte wohl genauso gut in der Versenkung verschwinden können. Denn dieser Gotye brachte in seiner Zeit schon drei Alben raus und blieb dabei relativ unbeachtet.

Verfasst von: Alessandro | 1. Januar 2012

20 aus 2011 (A)

20 // Syn*Error // Verlustgeschäft

Mit dem Moderator, der durch „Verlustgeschäft“ hindurchführte, war das so eine Hassliebe: einerseits unterbroch er ständig den Hörfluss. Andererseits vermisste man seine Kommentare, wenn man sie übersprang. Dabei hätte Syn*Error’s erstes Full Length auch ohne die „Skits“ genug Alleinstellungsmerkmale. Derart gut verbindet in Deutschland keiner Bausteine aus D.C.-Post-Hardcore, verspielten Emo und tanzbaren Post-Punk. Und überhaupt: die Texte. Toll! Aber was ist mit dem Moderator? „Das ist so tief. Das ist so authentisch, dass wir Tränen in die Augen gekriegt haben, hier im Studio…“


19 // The Death of Anna Karina // Lacrima/Pantera

Ich war doch ziemlich verwundert, dass The Death of Anna Karina überhaupt noch existieren – und damit war ich sicherlich nicht der einzige. Noch überraschender war, wie gereift sich die italienische Band auf ihrem dritten Full Length präsentierte. Sie entfernten sich von ihren HC-Wurzeln, allerdings nicht von der Härte. Kombiniert mit den (erstmals) perfekt implementierten Synths, spannungsgeladenen Arrangements, intensiven Vocals und einer durchwegs angsteinflößenden Atmosphäre ist „Lacrima/Pantera“ ein richtig starkes Album geworden. Ein Geheimtipp noch dazu!


18 // Le Dead Projet // Keep on Living

Motiviert ging ich hier nicht grad ran. Französische Band, irgendwo im Hardcore-Umfeld. Das konnte ja nur auf den ewig gleichen Postrock-Mischmasch hinauslaufen. Denkste! Le Dead Projet spielten mit „Keep on Living“ eins der frischesten Alben des Jahres ein. Haupteinfluss waren wohl Botch, doch dank der Stop’n'Go-Mechanik fühlte ich mich stärker an die skandinavischen Ableger von Lack und Complete erinnert. Wie auch immer: originelles, progressives HC-Album, mit der richtigen Mischung aus zermalmenden Riffs und epischen Spannungsbögen. Wenn die zweite Hälfte auch so gute wäre wie die erste, würds gut zehn Plätze weiter oben unten stehen… Lies mehr …

Verfasst von: Alessandro | 28. Dezember 2011

Colony – „Empty Caskets“

Colony ist die Zweitband vom Convulsions-Sänger. Der Song kommt vom 2012 erscheinenden Split mit Divider, die wiederum den ehemaligen Skycamefalling-Sänger am Mikro haben. Verwirrt? Dieses Video muss man auch nicht kapieren:

Verfasst von: Alessandro | 24. Dezember 2011

&U&I – „Light Bearer“ (Ondryland)

&U&I sind 3/4 der aufgelösten Blakfish. Schon letztes Jahr brachte die Band mit „Kill the Man that Shot that Man“ eine hervorragende EP raus, die zeigte, dass die neue Band in einer ähnlichen Gangart weitermacht. Nur einen Tacken direkter, einen Tacken rockiger und vorallem: viel reifer! Humorlos sind &U&I zwar nicht, doch mit dem Debütalbum „Light Bearer“ zeigen sie vollends welch’ reife Musiker sie mittlerweile sind.

Schon das atmosphärische Intro deutet darauf hin, wie ernst es &U&I diesmal meinen. Wasserrauschen und das Bimmeln einer Kirchenuhr eröffnen das Album – wer genau hinhört, der merkt, dass sowohl das Wasser- als auch das Zeit-Thema im Verlauf des Albums immer wieder aufgegriffen werden. Das Intro ebnet den Weg für den bekannten Opener „To the Water now is the Hour“, das einen mit verdammt viel Groove überrollt und durch sein 90er-Rock-Flair einfach nur frisch klingt. „Talk with Steam“ nimmt den Anfangsschwung raus und präsentiert sich als schleppende Midtempo-Nummer, die zur Mitte hin eine ruhige Sektion hat, sich dann peau a peau steigert und abrupt endet. Mit „Stalk this City“ folgt ein absolutes Highlight des Albums. Der verzwackte, dennoch poppige Anfang erinnert das erste Mal an alte Blakfish-Tage. Der Song folgt dem Stop’n'Go-Prinzip und verheddert sich immer wieder in verspielten Arrangements, die dann durch eine Melodie aufgebrochen werden. Zum Schluss hinaus zaubern &U&I einen überragenden Chorus aus dem Nichts hervor. Mit „Belly Full of Fire & a Heart Full of Blood“ zeigt sich der Dreier von seiner fiesen Seite, mit einem direkt stompenden Brecher, der frappierend an die Landsmänner von The Ghost of a Thousand erinnert. Ohne Pause geht es weiter mit dem mathematischen Gefrickel von „La Mere Vipere“, dass zwar auch im Verlauf die reinste Raserei bleibt, aber für kurze Zeit immer wieder einen poppigen Refrain aufkeimen lässt. Quasi zum Abschluss der ersten Hälfte folgt mit „Super Five“ das überrasschendste Stück. Ein Acapella-Song, der von Thom Peckartt’s Stimme getragen und von hintergründigen „mmm“-Chören untermalt wird. „You never learn, do you? You never do what you’re told“ heißt es immer wieder – das Stück entfaltet in seinen repetitiven drei Minuten eine fast schon hypnotische Wirkung. Der Übergang zum vielleicht besten Song des Albums ist perfekt.

„Accordingly in Motion“ startet mit fast schon klassischem Gitarrenspiel und dem eleganten Gesang von Thom – das hat fast was von Muse. Das Stück nimmt Fahrt auf, wird schneller, intensiver und haut dann einen berührenden, völlig mitreißenden Refrain raus. Ein Sample leitet über ins totale Chaos, in dem Thom seine Schreistimme auspackt, nur um unmittelbar darauf das nächste Feuerwerk abzufackeln. Plötzlich greift er die Aussage von „Super Five“ auf, diesmal nicht melancholisch und nachdenklich, sondern aufbrausend, ja angepisst! Zum Beginn von „Baskerville the Atheist“ geben sich &U&I erneut von ihrer ruhigen „Indie“-Seite, fügen dem Stück dann aber immer mehr Druck hinzu, starten in verspielte Sektionen und finden am Ende doch wieder den Weg zum anfänglichen Thema und einem eleganten Abschluss. „Of the Morning Star“ zeigt, wie stark dieses Album ist. Denn obwohl es dem Ganzen wenig Neues hinzufügt und zu den schwächeren Tracks gehört, macht es in seiner technischen Überdrehtheit viel Spaß! Mit „The Screaming Skull“ leiten &U&I langsam aber sicher das Ende ein. Zerstörerisch und angriffslustig wie nie meint Peckartt: „This is World War III! There is no one left fighting but you and me!“. Das Massaker endet in waberndem Feedback und führt uns über den Abgrund: „Above the Abyss“ lässt die Gitarre eine ablaufende Uhr imitieren und dann… „Burn me alive, this will burn me alive“ – der Refrain aus „To the Water Now is the Hour“ wird, ähnlich wie zuvor, in einer völlig neuen Stimmung, mit ganz anderer Intonierung präsentiert. Durch ein kurzes Sample bekommt der Song einen Cut, lässt Ruhe walten und eröffnet dann das laute, epische Finale von „Light Bearer“. Sämtliche Instrumente werden bis zum Anschlag aufgedreht und verlieren dann von Sekunde zu Sekunde immer mehr Lautstärke, bis das Album nach 44 Minuten 13 Sekunden endet. Mit Wasserrauschen und dem Bimmeln einer Kirchenuhr…

Mal abgesehen davon, dass &U&I unverschämtes Talent besitzen. Mal abgesehen davon, dass sie mit ihrer Mischung aus Mathrock, Post-Hardcore, Indie und Pop völlig eigen klingen. Mal abgesehen davon, dass Thom ein begnadeter Sänger ist. Mal abgesehen davon, dass sie mit ihrem Songwriting von Anfang bis Ende überzeugen. Abgesehen von all dem, ist es die Stringenz dieser Dreiviertelstunde, die „Light Bearer“ so gut macht. Die Stücke fließen nicht nur ineinander, sie nehmen Bezug auf das Gewesene oder bauen aufeinander auf. &U&I betonten schon im Vorfeld, dass sie ihr neues Werk als ganzes Album geschrieben haben – und das ist ihnen wirklich sehr gut gelungen. „Light Bearer“ ist ein Gesamtwerk. Anders als noch bei der EP, wo ein, zwei Songs herausragten, tu ich mir hier schwer einen Lieblingssong zu finden. Selbst die weniger hitverdächtigen Stücke passen geschmeidig in den Verlauf des Albums und bieten zumindest einen erinnerungswürdigen Moment.

Wenn es einen Schwachpunkt an „Light Bearer“ gibt, dann ist dieser im Schlussdrittel zu finden. Für meinen Geschmack sind die Stücke hier etwas zu verbreakt und in die Länge gezogen. Das Finale ist gut, aber nicht ganz so gut herausgearbeitet wie andere Passagen im Albumverlauf. Aber das ist Nitpicking! Im Endeffekt habe ich schon lange nicht mehr ein so starkes Album wie „Light Bearer“ gehört. Das Trio hat sich in allen Belangen weiterentwickelt und ein höchst unterhaltsames, süchtig machendes Werk aufgenommen, bei dem ein großer Moment den nächsten jagt. Ohne Frage: ein potenzieller All-Time-Favorit!
10/10

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Verfasst von: Alessandro | 21. Dezember 2011

Dowsing – „Amateur Cartography“

Dowsing-Video zum tollen „Amateur Cartography“. Entdeckt über Miss the Stars!

Verfasst von: Alessandro | 20. Dezember 2011

Fuckup Awards 2011

„Du bist übersättigt!“ meinte Victor neulich, als ich einen seiner Anspieltipps nicht ganz so toll finde wie er. Das brachte mich zum Nachdenken. Zumindest ein paar Sekunden lang. Ist es nicht immer so, dass man für irgendwas das man nun schon so lange tut, nicht mehr ganz so „empfindlich“ ist?! Mit empfindlich meine ich die Tatsache, dass eine Platte heutzutage schon um ein Vielfaches besser sein muss als eine Platte vor, sagen wir mal, zehn Jahren. „Mich haut nichts mehr so schnell um“ ist eine typische Phrase für und von Leuten, die einer Tätigkeit schon ewig und drei Tage lang nachgehen und in dieser Zeit so viel erlebten, dass sie jede neue Aufgabe mit mehr und mehr Routine angehen. Ja, vielleicht hörte ich diese Musik die letzten Jahre etwas ZU exzessiv. Aber das hier ist meine Droge! Ich komm nicht davon los. Und ich erlebe auch heute noch den ein oder anderen, überschwänglichen Rausch durch sie.

Die Frage die sich mir dennoch stellt: War Musik damals wirklich besser? Oder ist das alles nur Einbildung?

Eine kleine Session durch meine Sammlung bestätigt mich jedenfalls. Mit den alten Klassikern hat man mehr Spaß als mit sämtlichen neuem Kram. Vielleicht oder gerade weil diese „Oldies“ ganz spezielle Erinnerungen in einem hervorrufen. Erinnerungen von einer aufregenderen, unbefangenen Zeit. Einer Zeit in der all das Neuland war und man immer mehr reinkam. Musik wird jedenfalls immer da sein. Es wird gute und schlechte Musik aus den unterschiedlichsten Sparten geben. Tag für Tag. Woche für Woche. Monat für Monat. Jahr für Jahr…

Und wisst ihr was? Das ist auch gut so. Jeder Mensch braucht im Leben seine Konstanten. Seine Dinge, an die er sich klammern kann. In guten wie in schlechten Zeiten. Bevor es nun allzu pathetisch wird, ballere ich meine Tops und Flops  in 2011 raus. Der Nörgler der ich nun mal bin, fand ich dieses Jahr, rein musikalisch, nicht ganz so gut wie 2010. Nichtsdestotrotz gabs abermals viel Zeug, das es verdient (nochmal) erwähnt zu werden… Lies mehr …

Verfasst von: Alessandro | 16. Dezember 2011

Gallows – „Death is Birth“-EP (Thirty Days of Night)

Nicht wenige flogen damit auf die Schnauze, wenn sie das Leben ihrer Band mit Neubesetzungen „künstlich“ am Leben erhalten wollten. Wo man einen Trommler oder Gitarristen noch etwas einfacher ersetzen kann, wird es kritisch, wenn einer Gruppe ihr Kopf abgetrennt wird. So geschehen bei den Gallows, nach dem Ausstieg von Frank Carter. „Grey Britain“ hatte zwar auch musikalisch seine Vorzüge, doch ohne Carter’s markantem Geschrei und seinen zynischen Texten, wäre es wohl nie zu dem Meisterwerk geworden, das es ist.

Die restlichen Gallows-Mitglieder beschlossen weiterzumachen und begaben sich auf die Suche nach einem neuen Sänger. Mehr als überraschend fand man diesen nicht im eigenen Land, sondern in Kanada. Alexisonfire-Gitarrist Wade MacNeil bekam den Job. Dass dieser ein toller Musiker ist, ist unbestritten, doch ans Mikrofon kam er bei Alexisonfire nur für ein paar Background-Schreie. Auf „Death is Birth“ probiert er nun stilistisch an seinen Vorgänger anzuschließen. So richtig gelingen mag ihm das nicht, denn seine Stimme ist nicht annähernd so markant wie die von Carter. Für sich betrachtet macht er seine Sache aber ganz gut, erinnert mich im Endeffekt aber stärker an den Sänger von The Ghost of a Thousand.

Es liegt nicht alleine an MacNeil, dass „Death is Birth“ eine Enttäuschung geworden ist. Denn musikalisch ist die EP kurz gesagt uninspiriert. Die vier Stücke sind solide, moderne HC-Nummern, knüpfen aber nicht an die Qualität der „Grey Britain“-Songs an. Hier hat die Band definitiv einen Schritt zurück gemacht. Opener „Mondo Chaos“ ist sowas wie der Hit der Scheibe, mit zentralisiertem Refrain und einem gewissen Ohrwumfaktor. Gleichzeitig entwickelt ich dieser nach ein paar Durchläufen zum Nervfaktor, denn der Refrain ist nicht nur penetrant, sondern auch platt. „Hey! Fuck the World! I say it’s already fucked!“, wiederholt MacNeil ein ums andere Mal. Das darauffolgende „True Colours“ ragt am ehesten heraus, ist es doch ein schneller, kompromissloser HC-Brecher, der nach 36 Sekunden zu Ende ist und ordentlich groovt. Immerhin: ganz nett, das. „Hate! Hate! Hate!“ sorgt schon beim Lesen des Songtitels für Stirnrunzeln. Das bestätigt sich dann auch beim Reinhören, denn über Hintergrundberieselung kommt das Stück nicht hinaus. Der abschließende Titelsong „Death is Birth“ ist dann ähnlich aufgebaut wie der Opener. Schnelle Strophen wechseln sich mit einem plumpen Refrain ab. Am Besten gefällt mir die hoch fiedelnde Gitarre, die in der Mitte eingesetzt wird.

Nach nicht mal acht Minuten ist auch schon wieder Schluss. Und am Ende hat man das Gefühl, nichts Erwähnenswertes gehört zu haben. „Death is Birth“ hört sich wie eine aufgesetzte, bis aufs Skelett abgezogene Version der Gallows an. Dass dies nicht sonderlich aufregend klingt, konnte man vermuten. Hier, hier kann man’s nun nachhören!
4/10

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Verfasst von: Alessandro | 10. Dezember 2011

Captain Planet – „s/t“-EP (Coffeebreath and Heartache)

Weihnachten. Die Zeit der Liebe. Die Zeit der Menschlichkeit. Die Zeit des Konsums! Die Zeit, in der alles und jeder versucht dir dein Geld aus den Taschen zu ziehen. Bands bringen ihre fünundvierzigste „Best of“ raus oder sammeln vermeintlich rare Stücke zusammen um ein pompös aufgemachtes, völlig wertloses Reste-Allerlei rauszurotzen. Hauptsache es kommt vorm 24. raus!

Keine guten Assoziationen für diesen Release. Denn Captain Planet bringen dieser Tage eine EP auf den Markt, bei der man die Wertigkeit in Frage stellen muss. Besteht sie doch ausschließlich aus vorher veröffentlichten Stücken. Herzstück der Platte sind die Songs der allseits bekannten „Unterm Pflaster der Strand“-7inch. Die vier Songs sind noch immer gut, kommen für meinen Geschmack aber nicht ganz an das Material der beiden Alben ran. Am Interessantesten sind sicherlich die Songs vom Matula-Split-Tape, die hier erstmals auf Vinyl gepresst sind. Abgeschlossen wird die EP vom grandiosen „Eingekehrt“, CP’s Beitrag zum 4-Way-Split mit Matula, Mikrokosmos23 und Planke.

Wenn wir von diesem Emo-Deutsch-Punk-Ding reden, sind Captain Planet immer noch eine meiner, vielleicht sogar meine absolute Lieblingsband! Die vorhandenen Songs überzeugen auch vollends. Als Fan der Band hat man aber mindestens zwei der drei, hier vereinten, Releases zu Hause rumstehen. Deswegen ist es doch etwas enttäuschend, dass sich nicht ein, zwei neue oder zumindest unveröffentlichte Songs auf der EP befinden.

Die Kehrseite? Die EP kommt über Coffeebreath and Heartache. Eins der tollsten Labels der letzten Zeit, die ihre Veröffentlichungen mit wahnsinnig viel Herzblut angehen. Wie zuvor pressten die Jungs auch die Captain Planet-EP auf eine einseitig bespielte 12inch. Auf der Rückseite befindet sich ein schicker Siebdruck. Außerdem gibt es drei verschiedene Farben, wovon man eine gar nur auf den beiden Releasekonzerten (!) der Platte ergattern kann. Keine Frage: Coffeebreath and Heartache verstehen es, wie man aus einem Stück Vinyl etwas Besonderes macht. Das und auch nur DAS sorgt dafür, dass ein Captain Planet-Verrückter schwach werden könnte. Wer schon nervös an seiner Tastatur rumfummelt, der sollte schleunigst ordern! Denn abgesehen von den 50 Konzert-Platten wurden nur 250 Exemplare gepresst.

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Verfasst von: Alessandro | 9. Dezember 2011

Convulsions – „Nero & Doryphoros“

Song kommt von der Split mit Black Kites…

Verfasst von: Alessandro | 4. Dezember 2011

EP-Dreier: Animal Faces, Chromes & Forget me

Animal Faces – „Analytical Dreaming“-EP (I.Corrupt)
„Nicht neu, aber gut gemacht“ – diese oft benutze, ja fast schon ausgeleierte Phrase passt perfekt zur Debüt-EP von Animal Faces. Rausgebracht wurde das Ganze vom deutschen Label I.Corrupt auf 7inch-Format. Der Haupteinfluss des Trios ist ebenfalls schnell geklärt. Die Art und Weise wie die einzelnen Parts aneinandergereiht werden, wie die Instrumente miteinander agieren, wie der hintergründige Gesang eingesetzt wird. All das erinnert wirklich frappierend an Kidcrash. Der größte Unterschied besteht wahrscheinlich darin, dass Animal Faces diese Einflüsse innerhalb von zwei- bis dreiminütigen Songs unterbringen. Sie überfordern den Hörer nur selten und füttern einen viel öfter mit anfixenden Melodien und diversen Hooks. Diese etwas leichtere Bekömmlichkeit liegt natürlich auch an der Tatsache, dass hier nur drei Menschen musizieren. Diese veranstalten zwar viel Zinober, erdrückend wird das Ganze aber niemals. Auch der wirklich guten, klaren Produktion muss man hier danken! Wer also auf der Suche nach einer kompakte Kidcrash-Version mit ordentlich Hit-Appeal ist, der wird „Analytical Dreaming“ schnell ins Herz schließen. Mir gefällt das hier mindestens genauso gut wie die letzte EP der oft zitierten Vorbilder! 7/10
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Chromes – „And here my Disgust begins“-EP (Dancing on Sharks)
Zwei Songs. Acht Minuten. Allemale genug, um Lust auf mehr zu machen. Chromes kommen aus London und agieren als Duo. Der eine spielt Schlagzeug, der andere schreit und spielt Gitarre. Wie man es von solch’ basslosen Bands her kennt, benutzt der Gitarrist allerlei Effekte, um eine etwas flächigere Musik zu erschaffen. Und das gelingt ihm ziemlich gut. Denn in Sachen Intensität stehen Chromes diversen drei- und vierköpfigen Bands in Nichts nach. Grundgerüst des Duos ist Heavy Hardcore, der innerhalb dieser paar Minuten in allerlei Richtungen ausschlägt. Sludge- und Doom-Anleihen nimmt man genauso wahr wie eine Liebe für Postrock/Post-Metal. Wegen dem intensiven Gekreische gibt es auch eine latente Nähe zum Screamo. Immerhin spielte einer der beiden Jungs zuvor bei Amber Daybreak! Sicherlich steht und fällt „And here my Disgust begins“ mit dem Sound. Nicht jeder dürfte von dieser, deutlich hörbaren, Dual-Instrumentierung angetan sein. Die Gitarre spielt durchwegs verzerrtes Zeug, was zu einem nicht ganz gewöhnlich Klangbild führt. Mal abgesehen davon peitschen Chromes ihre beiden Stücke in gekonnter Weise voran und lassen immer wieder Grenzen verschwimmen. Der Titeltrack startet berstend, bekommt dann in der Mitte einen Cut und switcht in den Postrock-Modus, von wo an er sich ins Finale schleppt. Dieses wird mit leichten Klimpereien beschlossen. Das zweite Lied „Diamond Crowns“ kombiniert ebenfalls harte mit melodiösen Parts, wirkt aber etwas zusammenhängender. Das größte Plus dieser EP ist ohne Frage die dunkle, brutal stimmige „Apocalypse“-Atmosphäre. Ich bin mal gespannt, ob Chromes auf einer Länge von 30+ Minuten funktionieren. Hier tun sie es jedenfalls! 7/10
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Forget me – „s/t“-EP (DIY)
Forget me aus North Carolina veröffentlichten früher im Jahr schon ein starkes Demo. Nun ist ihre erste EP draußen, bei der mir zuerst der bessere Sound auffällt. Im Vergleich zur Demo machte das Quintett hier einen großen Sprung nach vorne. Rein stilistisch lässt man sich abermals nicht vollkommen festnageln. Grob gesagt treffen Elemente aus Screamo und Emo auf Youth Crew-/Modern-Hardcore-Anleihen. Wer nun „Touche Amore!“ ruft, der liegt goldrichtig. Bei der Demo hatte ich zwar nicht diesen Eindruck, doch diese sieben Stücke sind schon verdammt nahe dran an den HC-Superstars. Alleine der Shouter benutzt einen ähnlichen Schreistil wie Jeremy Bolm. Bei seinem Blut und Tränen-Geschrei nimmt er weder Rücksicht auf seine Stimmbänder, noch auf die Lautstärke der Musik. Selbst bei den ruhigen Teilen kreischt er drauflos! Rein musikalisch gibt es ebenfalls Parallelen. Wie angedeutet vermixen Forget me ähnliche Zutaten. Zügig arrangierte build-ups werden mit allerhand Dramatik eingerissen, nur um dann in einem Abgehpart durchzustarten. Klasse Emo-Melodien haben Forget me ebenfalls am Start. Überhaupt ist der grundsätzliche Tenor einen Tacken melodiöser als bei der Referenz. Außerdem wirken die Jungs nicht ganz so gehetzt. Die Stücke überspringen fast alle die 2-Minuten-Grenze und verbringen mehr Zeit im Mid- als im Uptempo. Einziger Haken an der Sache ist, dass sich Forget me als völliger Touche Amore-Ripoff platzieren. Wie oben bei Animal Faces kann ich ihnen allerdings keinen Strick draus drehen. Diese EP ist einfach gut gemacht! Außerdem gibt es ja noch nicht allzu viele Touche Amore-Epigonen… Gott bewahre! 6/10
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Verfasst von: Alessandro | 3. Dezember 2011

Autarkeia – „s/t“ (IFB)

Wenn ich mir Autarkeia’s Debütalbum anhöre, fühle ich mich zehn Jahre zurückversetzt. Eine Zeit, in der viele Screamo/Emo-Bands anfingen zu experimentieren. Eine Zeit, in der Bands wie City of Caterpillar, Circle takes the Square oder The Assistant emporstiegen. Auch eine Zeit, die den alten Screamo immer kaputter machte. Im Gegensatz zu so vielen Epigonen der Neuzeit, klingt die Florida-Band um einiges aufrichtiger.

Sicherlich fließen hier progressive und verspielte Elemente mitein. Wenn man will, könnte man auch Assoziationen zum Postrock herstellen. Vom typischen Screamo-Postrock-Mix sind Autarkeia allerdigns weit entfernt! Das musikalische Grundgerüst besteht aus durchwegs melodischen, stets verzwackten Emo-Gebilden, mit diversen Stimmungs- und Lautstärkewechseln. Zwischendrin türmen sich die Songkonstrukte schon mal auf und entladen dann all ihre Aggression, all ihre Wut – doch Autarkeia verlieren niemals die Kontrolle. Sie driften nicht in rasendes Chaos ab, wie man es in letzer Zeit so oft hörte. Alleine das halte ich ihnen zu Gute. Bei der Progressivität die die Band an den Tag legt, fließen die einzelnen Parts dennoch dynamisch und wie selbstverständlich ineinander. Darüber kreischt sich dann eine Dame die Seele aus dem Leib. Emotional und abgefuckt, wie man es erwartet hätte… dennoch drängt sie sich niemals zu sehr in den Mittelpunkt. Ihre Stimme fungiert als weiteres Instrument und harmoniert wunderschön mit der Musik. Wenn diese leiser und melodiöser wird, wird sie auch leiser oder setzt gar melancholischen Gesang ein. Man höre „Statues“! Und ja, auch das oder gerade DAS erinnert an erwähnte Circle takes the Square oder The Assistant.

Allzu experimentell werden Autarkeia nicht. Sie schaffen eine schöne Balance während dieser 36 Minuten und halten die Spannung mit abwechslungsreichem Songwriting stets hoch. In jedem der acht Stücke bleiben sie allerdings in ihrem Screamo/Emo-Rahmen. Ausflüge Richtung Jazz, Mathrock oder diverse Sample- und Ambient-Sperenzchen muss man also nicht befürchten! Umso beeindruckender, wie facettenreich ihr Debütalbum daherkommt. Viel mehr muss ich nicht mehr zu diesem Album sagen. Es ist anspruchsvoll und catchy zugleich. Es reißt aus emotionaler Sicht vollkommen mit. Und last not least bringt es verdammt viel Eigenständigkeit mit sich. Selbst wenn man sich bei den anfangs erwähnten Kapellen inspirieren ließ, haben Autarkeia ihren eigenen Sound, der viel mehr Emo-Einflüsse mit sich bringt. Außerdem finde ich, dass Autarkeia mit diesem Stil anno 2011 sehr viel Relevanz besitzen. Auf die Schnelle fällt mir jedenfalls kein passender, halbwegs aktueller Vergleich dazu ein. Und nein, vergesst das neue Zeug von Circle takes the Square! Interessante Anmerkung zum Schluss: die Mitglieder von Autarkeia sind keine Greenhorns mehr, sondern fungierten vorher schon bei den nicht ganz so bekannten Screamo/HC-Bands Jiyuna und Merkit.
9/10

IFB Records

Verfasst von: Alessandro | 3. Dezember 2011

Bastions – „Visitant“

Eine weitere vielversprechende UK-Band, irgendwo zwischen Chaos-, Math- und Metalcore. Kann mir jemand verraten bei welchem Song ich das Ambient-Outro schon mal gehört habe?!

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